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Deutsche Gründer hinken hinterher
BERLIN, 18. April. Die Angst vor dem Scheitern, unzureichende wirtschaftspolitische Bedingungen und die seit Jahren andauernde Wachstumsschwäche hemmen die Deutschen, ein Unternehmen zu gründen. Verglichen mit den Befragten in anderen Ländern, seien die Deutschen sehr pessimistisch und ängstlich, heißt es in einer Studie, deren Verfasser die Motive von Unternehmensgründern in 35 Ländern untersucht haben und die am Mittwoch in Berlin vorgestellt worden ist. Auch die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken und Sparkassen wird in dem Gutachten kritisiert, das vom Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie an der Universität Hannover, Rolf Sternberg, erstellt worden ist. (Quelle: FAZ vom 19. April 2006, S. 14) In der Studie, die international seit 1999 erhoben wird, wurden 2005 in Deutschland rund 6500 ausgewählte Bürger und 176 Fachleute aus Politik und Wirtschaft befragt. Dabei hinkt Deutschland nach Sternbergs Worten bei der Zahl der Ünternehmensgründer international hinterher: Es belege unter den 35 Ländern lediglich den 23. Platz. Das Entwicklungsland Venezuela führt diese Länderliste an, doch Deutschland liegt auch weit hinter Industriestaaten wie Amerika oder Großbritannien zurück. Zwar gebe es 2005 im Vergleich zum Vorjahr mehr Unternehmensgründer, heißt es, doch das sei in Deutschland auch eine Folge der hohen Arbeitslosigkeit. Die jüngsten Förderprogramme zur Unterstützung von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit - wie Ich-AGs und Existenzgründungsprogramme – hätten diesen Trend verstärkt, heißt es. Die befragten Fachleute kritisierten zudem die Ausbildung an deutschen Schulen und Hochschulen sowie die gesellschaftlichen Normen und Werte. Hier führen Amerika, Singapur und Finnland die Liste an. Das Urteil über die gründungsbezogene schulische Ausbildung falle vernichtend aus, heißt es. Außerdem sei Deutschland ein Land, in dem individueller Erfolg durch persönliche Anstrengungen sowie Kreativität und Erfindungsreichtum nur begrenzt honoriert werde. „In Deutschland gibt es kein Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Das ist in Ländern wie Amerika stärker ausgeprägt“, sagte Sternberg. Während in Deutschland das Scheitern einer Unternehmensgründung als Stigma gesehen werde, begriffen das die Menschen in anderen Ländern als zweite Chance, ergänzte der stellvertretende Direktor am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Ulrich Walwei. Quelle: FAZ vom 19. April 2006, S. 14
 
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